Hinterachse ist nicht fest

  • Hallo,


    ich baue aus einem Satz Teile eine RV 50 zusammen und fühle mich mit der Hinterachse nicht ganz wohl. Ich habe eine Achse, die sich außen am vor dem Gewinde verjüngt, damit die in den Kettenradhalter passt. Im Prinzip ist der Anbau wie in den Explosionszeichnungen, aber ein paar Dinge sind nicht stimmig.


    - für mich läuft die Kette ein wenig zu schräg, das Ritzel vorn ist weiter innen

    - zum Festziehen der Achse habe ich wenig Spiel, wenn noch der Splint rein soll

    - ziehe ich die Achse wirklich fest an, dass bremst es das Rad

    - ziehe ich die Achse so an, dass sie gut gängig ist, dann verschiebt es die Achse nach hinten beim Bremsen mit der Hinterradbreme


    Weiß nicht, was ich falsch gemacht habe und wollte mich hier mal umhören, bevor ich die Felge nochmal ausbaue. Es scheint mir fast so, als ob es unterschiedliche Achsen, Felgen, Schwingen gibt?


    Danke für Eure Tipps...


    Ralf

  • Moin Ralf,

    wenn du nach der Explosionszeichnung vorgegangen bist sollten ja alle Teile vorhanden sein.

    Bevor du die Achsschrauben anziehst, muss die Kette bzw. Ritzel zum Antriebsritzel ausgerichtet sein.

    Du schreibst , dass sie schräg läuft , was nicht sein darf.

    Wenn deine Schwinge nicht krumm ist, richte dich nach den Markierungen an der Achsaufnahme und den Kettenspannern auf beiden Seiten. Sie sollten auf beiden Seiten an der gleichen Markierung stehen.





    Wo soll ein Splint noch mit rein ??





    So sollte aus aussehen !

    Viel Erfolg, Uli

    Verrückt? Ich? Nee. Das hätten mir die Stimmen doch gesagt !
    81er RV 50 grün
    82er RV 50 orange

  • Danke schon mal, für die Bilder, bei mir sieht es auch so aus, also die Teile und Anordnung.


    Die Kette für mich ist nicht gut flüchtig, das Kettenrad steht weiter außen als das Ritzel. Nicht weit, aber die Kette läuft über die Flanken. Ich mache nochmal Bilder. Vielleicht ist natürlich auch das Material ein bisschen größer durch das Pulvern, das könnte Toleranzen verengen. Aber irgendwie passt es nicht, glaube nicht, dass es kritisch ist, aber eben auch nicht gut. Werde Bilder nachliefern...

  • Kann sein das ich mich täusche, aber dein Kettenrad sieht aus als wäre es leicht gekröpft.


    Gruß Trio

  • Danke für die Antworten.


    Die Radlager habe ich gewechselt, ist allerdings schon ein bisschen her, ich glaube, da war eine Distanzbuchse dazwischen.


    Das Kettenrad ist nicht gekröpft, soweit ich das beurteilen kann, habe nochmal Bilder gemacht. die Kette läuft hinten leicht weiter außen.


    Die Mutter ist drauf, wie gesagt, ziehe ich sie fest an, dass läuft das Rad nicht mehr frei.


    Bei dem Bild mit der Bremstrommel sehe ich, dass der Deckel nicht sehr eng anliegt, vielleicht muss ich mir nochmal ansehen, wieso das so sitzt?


    Viele Grüße

    Ralf

  • Hallo

    Ok... Die Flucht der Kette schaut für mich OK aus. das kettenrad ist auch gerade.. Nicht gekröpft. Wenn keine abstandshülse zwischen den lagern wäre würde es erklären wieso es stoppt wenn du die Mutter anziehst. Dann zieht sich die innenhülse der Lager zusammen.. Der Abstand der Bremsrrommel ist ok.

    Gruss Matthias

  • Hallo Twins,

    das bringt mich auf noch eine Idee. Ich habe die Lager neu eingepresst, das vom Kettenrad ist ein geschlossenes Lager und ich habe den Dichtsimmerring nicht montiert. Das Lager sitzt aber weit innen, außen ist dieser 'Deckel, der die Narbe verschließt und den Abstand zum Rahmen hält. Dieser kann natürlich nicht mitdrehen und muss sich an der inneren Lagerschale abstützen. Vielleicht passt es dort nicht und ich muss mit einen passenden Ring drehen? Um das festzustellen, muss ich leider wieder alles ausbauen :-(

    Dann kann ich auch nochmal zwischen die anderen Lager schauen.

    Gruß Ralf

  • Auf der Seite des Kettenblatträgers sollte alles ohne Distanzringe passen. Wenn Du das Rad ausbaust sollte der Antriebsstrang voll funktionsfähig und spielfrei an der Schwinge verbleiben. Das Rohr auf dem die große Mutter sitzt hat eine Stufe die den Lagerinnenring über die Abdeckscheibe mit dem Distanzrohr gegen die Schwinge verspannt.

    Wenn das alles past, tippe ich eher darauf, dass das Distanzrohr in der Radnarbe zwischen den beiden Radlagern fehlt.

    Sind alle Bauteile montiert verspannt die kleine Mutter Auf der Steckachse alles zwischen den Schwingarmen. Fehlt ein Bauteil klemmt das Rad weil sich die Schwingenenden zusammenziehen und die Lagerkugeln nicht mehr korrekt in ihren Rillen laufen.

    Ein fehlender Simmering beinträchtigt / verändert die Funktion des Systems nicht, zumindest nicht in der Leichtgängigkeit.


    Ich sehe grad auf Deinem Bild vom Kettenträger dass da eine Unterlegscheibe fehlt.

    Unter die kleine Mutter gehört eine Unterlegscheibe!!

  • So, ich wollte es jetzt genau wissen und habe mal die Innerein der Hinterachse ohne die Radnarbe und den Kettenblattträger in die Schwinge eingebaut. Da die Bremsankerplatte ein eingelassenes Distanzstück hat mußte sie natürlich ebenfalls verbaut werden.


    Das sieht dann so aus:




    Auf dem folgenden Bild sind die beiden Radlager und das Distanzrohr die in der Radnarbe vorgesehen sind mit dem gelben Band gekennzeichnet.

    Diese drei Teile müssen in der Radnarbe verbaut sein, da sonst die Lager in sich verspannt werden.

    Im schlimmsten Fall wird der Lagersitz des Außenrings für das Radlager in der Radnarbe zerstört.




    Im Detail noch die Eingeweide des Kettenblatträgers, hier sieht mann die Lücke für den Simmering, der aber keine Funktion bezüglich des Abstandes hat.

    Simmeringe sind üblicher Weise material- und bauartbedingt nicht als Distanzstücke geeignet.




    Wenn die Mutter der der Steckachse festgezogen ist, läßt sich kein Bauteil (mit Außnahme der Lageraußenringe) mehr drehen.

    Die lichte Weite der Schwinge ist ca 1mm größer als die Länge der auf der Achse montierten Bauteile.

  • Hallo Martin,


    vielen Dank für die vielen Details und die guten Bilder. Das ist wirklich ein vorbildliches Forum. Tut mir auch leid, dass ich so lange gebraucht habe, bis ich mich wieder melde, aber Arbeit, Urlaub und Arbeit...


    Es hat mir auch keine Ruhe gelassen, das mit dem Simmerring macht Sinn also habe ich die Felge wieder komplett ausgebaut. Alles passt gut, aber die Lagerinnenschalen der Radlager drehen nicht leichtgängig. Das scheint das Problem zu sein. Habe das dann vorn probiert, das Rad war nicht nicht eingebaut und ich habe denselben Effekt. Ich kann das in meiner Garage nicht Ein- und Auspressen, also habe ich es an die Werkstatt gegeben, die das für mich gemacht hat. Die holt die Lager wieder raus und dann schaue ich mir das mal an.


    Das würde natürlich erklären, wieso das Rad eingebaut und fixiert sich nicht gut dreht, aber es ist mir unbegreiflich, wie die neuen Innenlagerschalen fest gehen können?


    Werde mich melden, wenn ich mehr weiß.


    Gruß

    Ralf

  • Das sollten Lager mit Dichtscheiben sein. Bei unsachgemäßen Einbau können die Dichtscheiben verformt werden und besonders bei Scheiben aus Metall hast Du dann eine nicht unerhebliche Bremswirkung im Lager.

    Beim Einpressen des zweiten Lagers (zweckmäßiger Weise das auf der Seite der Bremse) sollte die Steckachse als Führung für die Distanzhülse eingesetzt werden, damit die Hülse den Innenring des Lagers trifft.

    Das ist besonders wichtig bei Lagern mit beidseitigen Dichtscheiben.

  • - als erstes und wichtigstes! passendes Werkzeug

    - angewärmtes Gehäuse/Lagersitz, wenn es um den Lageraußenring geht, besonders bei Alubauteilen

    - wenn möglich eine Führung fürs Lager verwenden um das Risiko des Verkantens zu minimieren

    - einpressen / einziehen ist dem Einschlagen vorzuziehen


    bei passenden Werkzeug muss es sich nicht unbedingt um Spezialwerkzeuge handeln.

    Zum Einpressen kann man als Stempel z.B. auch Stecknüsse mit dem Außendurchmesser des Lagers (natürlich leicht untermaßig) nutzen, solange sie nur auf den Außenring drücken.

    Als Presse zum Ansetzen eignet sich eine solide Standbohrmaschine (natürlich beim Pressen nicht einschalten).


    Zum Einziehen kann man mit einer Gewindestange, einer Stecknuss und großen Karosseriescheiben ein Werkzeug zusammenstellen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die gegenüberliegende Seite des Lagersitzes plan ist und Platz für das Widerlager bietet.


    Aus aktuellem Anlass:

    Das Einsetzen des linken Kurbelwellenlagers (das mit dem Ölblech) funktioniert am besten und einfachsten, wenn das Gegäuse um den Lagersitz stark erhitzt wird. Dies sollte im Backofen oder mit dem Heißluftfön geschehen, mit der Flamme oder Glut vom Grill läuft man eher Gefahr das Bauteil zu beschädigen.

    Bei 200°C dürfte das Lager fast in seinen heißen Sitz reinfallen. Das Gehäuse nachher langsam abkühlen lassen, bei der Backofenmethode einfach wieder in den noch heißen Ofen legen und warten bis alles kalt ist.


    Dass man sich bei den Arbeiten verletzen kann sollte jedem klar sein, besonders wenn das Bauteil heiß ist.

    Falls ihr das versucht, lasst also Vorsicht walten und schaltet den (gesunden) Menschenverstand ein.

  • So! jetzt habe ich das gleiche Problem gehabt.

    Nach dem Wiederaufbau des Hinterrades habe ich zunächst eine andere Bremsankerplatte eingebaut, weil die Originale noch lackiert werden musste (hatte ich vergessen).

    Mit der "Ersatzplatte" funktionierte auch alles, nur als die Originale montiert wurde klemmte das Rad wenn alles angezogen war. Die Ankerplatte lag minimal an der Trommel an, alles bombenfest. Ich habe mir damit beholfen, eine Unterlegscheibe zwischen Bremsankerplatte und Lagerinnenring einzusetzen. Ist zwar etwas fummelig, wenn man die Scheibe aber mit einem Tropfen zähen Fett an die Ankerplatte "kelbt" funktioniert da. Jetzt werde ich wohl noch die andere Ankerplatte lackieren müssen.

  • Ich rätsel noch was schief gelaufen ist.

    Die Teile waren auch vorher zusammen verbaut und funktionierten.

    Eventuel ist es nur die Farbe die das zusammenpappen läßt; die Ersatzplatte war ja nicht lackiert.

    Ich muß anmerken, dass die Teile mit einer ordentlichen Kunstharzlackschicht übezogen sind.


    Vielleicht kann ja mal jemand mit an seinem Mopped mit Originallackierung mittels Fühlerblatlehre den Spalt zwischen Platte und Trommel messen