Günters Bastelfred

  • Hier schreib ich alle Bastelerfahrungen zur RV 200 rein, die im Forum nicht schon durchgekaut sind und mit denen ich mich auch nicht an ein bestehendes Thema ranhängen kann.


    Über den Einbau des Black Widow Krümmers hab ich schon berichtet, wer sich dafür interessiert, findet das schnell über die Suche.


    Gestern hatte ich noch den Kotflügel vorne mit 4 Lagen Kevlar/Carbon/Epoxy verstärkt. Vieleicht bringts ein wenig Gabelverwindungssteifigkeit. Der Glaube versetzt Berge.


    Heute sind die Gabelfedern von Wirth reingekommen. Is auch eher p&p. Das ist jetzt in meinem Motorradffahrerleben die 4. Gabel, die ich umgerüstet habe, langsam kann ichs.


    Das Niveau mit Fahrer belastet hab ich vorher und nachher gemessen, die Front ist jetzt um 20-25mm höher. Die Faltenbälge, die hier schon mal jemand verlinkt hat (Amazon) hab ich auch gleich verbaut.

    Die RV Gabel ist sehr einfach aufgebaut, man muss sich nicht einmal um ene oben im Abschlußstopfen verbaute Dämpferstange kümmern. Einfach aufschrauben (aufpassen auf den Federdruck - ist aber nicht übermäßig), Hülse und Scheibe entnehmen, Feder entnehmen, ausleeren/auspumpen. Einen Schuss Petroleum (ca. 150 ccm) noch mal durchpumpen, wieder entleeren/pumpen, etwa 100 ccm Gabelöl einfüllen, wieder pumpen entleeren/pumpen so sind auch die letzten Reste Petroleum aus der Gabel. Dann 230ccm Gabelöl abmessen - ich hab in die Menge noch 20 ccm Czech Gabelgleitverbesserer gemischt- einfüllen und die (längere) Wirth-Feder ohne Hülse und Scheibe einsetzen. Die engen Windungen oben!

    Als Gabelöl hab ich Wilbers Zero Friction 10W genutzt, 1L reicht für die Spülungen und Füllungen von beiden Holmen.

    Leider hab ich meinen Schraubstock so an der Werkbank montiert, dass ich die Gabelstandrohre nicht einspannen konnte. Also hab ich das Standrohr entfettet, einen neuen Gummihandschuh rechts angezogen und eine 19er Nuss mit einem kurzen Knebel dran bereitgelegt. Da es vermutlich mehrere Anläufe braucht, empfiehlt es sich den Verschlußstopfen in der Nuss mit Papier, Isolierband o. dergl. zu fixieren. Das Ding fällt sonst in 1 Minute 12 mal auf den Boden. Nun mit Schmackes die etwa 4 cm überstehende Feder mit dem Stopfen in das Standrohr drücken und nach Aufsetzen des Gewindes gleichzeitig drehen. Danach kann die Gabel wieder eingebaut werden. Ich schieb sie immer erst ein Stück in die untere Gabelbrücke, klemme kurz fest, um den Verschlußstopfen festzuziehen (umgekehrt beim Ausbau), dann die Gabel vollständig nach oben schieben und beide Klemmungen anziehen.

    Jetzt kann das Rad wieder rein, die Bremse wieder dran und der Kotflügel wieder dran.


    Dazwischen hab ich den LuFi ausgewaschen und neu geölt, den Kupplungszug geschmiert, Kupplungs- und Bremshebel geschmiert und die Tachowelle gereinigt und geschmiert.

    Die Hülle der Tachowelle hab ich kurz mit WD40 und Bremsenreiniger gespült danach hab ich Gear-Flon Öl reigeträufelt. Die Welle selbst hab ich gereinigt und dann mit Gear-Flon Fett geschmiert.

    Gear-Flon kenn ich vom Modellbau her. Damit schmiert man genau solche Wellen, die in RC-Rennboten im Wasser gerne mal 50000rpm machen. Das Öl kommt mit einer praktischen Tröpfelkanüle.


    Warum so ein Aufstand wg. der Tachowelle? Ich habe vor an salzfreien Tagen auch im Winter zu fahren. Altes zähes Fett kann schon mal seeehr fest werden bei Minusgraden. Und wenn sich die Tachowelle nicht drehen will, schert es die Plastikschnecke im Tachoantrieb ab. Das haben viele Winterfahrer in DR 800-Forum schon durch.


    Der GPR-Auspuff mit Kat ist im Zulauf.

  • btw fett und wasser und winter:

    - ich hatte x die schwingenachse meiner mz etz (neuralgischer punkt weil im spritzwasserbereich) nach schlechter empfehlung u erfahrung mit kupferfett mit salzwasserbestaendigem fett aus dem seglerbedarf geschmiert.

    (martialischer ausgedrueckt „nato-fett“)

    konnte anschliessend jahrelang reich bespritzt unbeobachtet bleiben und spaeter easy! mit nem dorn durchgeschlagen werden.

    gruesse vom klabautermann

  • Yep, so wie beschrieben.

    - schwingachse mz etz mit kupferpaste eingefettet, zusammengebaut

    - - nicht! gewartet

    - ganzjahresnutzung, Sommer, Winter, stundenlange regenfahrten

    - nach?? Jahren schwingenausbau

    - - Achse war knallfest, Ausbau ging gerade noch mal gut, schwingen u Rahmen blieben ganz.

    - - - es war nur noch das kupfer auf der Achse, kein Fett mehr zu sehen.

    - nach "Nato" fett jahrelang ruhe, ohne wartung, Achse ließ sich nach Jahren noch locker drehen

    das alles ist, wegen meiner, kein problem wenn 1x per annum die Achse rauskommt, durchgeputzt u neu gefettet wird; egal was für fett.

    das problem, besser die Faulheit, ist bekannt. kannst im mz-forum nach suchen was da teilweise für aufriss getrieben werden muss. manchmal ist der Rahmen für Schrott.


    auch bei mz wird, wie bei den vans hier, empfohlen im innenkotfluegel nen spritzschutz anzubringen.

    bei den vans ist das risiko die untere stossdaempferaufnahme hinten,( aber deswegen fragte ja, denk ich.)


    musste x suchen gibt glaube auch n bild zum spritzschutz van hinten.


    viel spaß bei der Prävention 🖐️🖐️

    gruesse vom klabautermann

  • oder vielleicht bei Lous, Polo oder im Fachhandel? :/

    Gruß aus dem Münsterland


    Martin


    :125::125::50: und eine 90er

    "Die Mehr-Spaß-Maschine"(n) - Suzuki März 1978


    "Wenn du nicht reparieren kannst was kaputt ist wirst du verrückt" - Mad Max, Fury Road

  • wer von den Herren Prüfinginören sollte die falschen (bessern) Federn denn feststellen?

    Bestenfalls einer der selbst eine 200er fährt und der hat das schon bei seinem Mopped praktiziert oder fragt dich wie du das hinbekommen hast ;)


    … und im Fall eines Unfallgutachtens suchen die nach Manipulationen am Motor, Bremsanlage, Federbeinen, Reifen etc. etc. pp. Ich kann mir nicht vorstellen dass da einer anfängt die Feder zu vermessen :/

    Gruß aus dem Münsterland


    Martin


    :125::125::50: und eine 90er

    "Die Mehr-Spaß-Maschine"(n) - Suzuki März 1978


    "Wenn du nicht reparieren kannst was kaputt ist wirst du verrückt" - Mad Max, Fury Road

  • Die ABE hab ich auch - für die 125er! Gabelfedern interessieren die Prüfer eigentlich nie. Gut, wenn jemand mit auffällig hoher oder tiefer Gabel daherkommt, dann würden sie schon nachfragen.

    Meine 1400er war vor 2 Wochen in der Werkstatt, da wurde u.a. der Lenker eingetragen.

    Ich hab da von 9 Änderungen die ABE/Teilegutachten mitgegeben, weil ja die Abhängigkeit von den Teilen u.U. geprüft werden muss.

    Eintragungspflichtig war eigentlich nur der Lenker (Teilegutachten) und die vo. Bremsleitung (die hat eigentlich auch ABE, musste aber wg. Lenker 40 mm länger konfiguriert werden, dann ist die ABE Geschichte und man bekonnt ein Teilegutachten dazu).

    Eingetragen wurden: Lenker (ok) Federbein hi., Wilbers mit ABE (!?) Bremsscheibe hi. Galfer mit ABE (!?).

    Lt. Untersuchungsbericht wurden folgende weitere Änderungen berücksichtigt:

    Bremsleitung Spiegler KBA...

    Bremscheiben vo. probrake KBA...

    Fußrasten MFW KBA...

    Die Gabelfedern von Wilbers (ABE) war im Stapel mit dabei, haben keinerlei Erwähnung gefunden.

    Mit meiner DR war ich jetzt 2x bei der HU mit Wilbers-Federn und Wilbers-Federbein.

    Die haben nicht mal die ABE angesehen.

    Ich bin, was die nicht vorhandene Homologation der Wirth-Federn für die 200er anbelngt relativ schmerzfrei, obwohl ich es in Sachen Änderungen/Legalität sonst sehr genau nehme. Wie gesagt, die OEM ET-Nummern von 125er/200er Federn sind indentisch, die Federn passen und sind nicht abwegig abgestimmt. Das passt für einen erwachsenen Mittleeuropäer, der mit Motorradklamotten rd 90 kg wiegt.

  • ich glaube auch nicht dass jemand bei gabelfedern in die tiefe steigen wuerde.

    nur, wenn fuer den gleichen preis mit, dann warum ohne?

    gruesse vom klabautermann

  • Das kann ich Dir sagen: Die Seite von Wirth ist mir komplett unsympathisch.

    Das sieht so aus, als ob ihnen das billigst irgend einem Amateur vor 10 Jahren zusammengefrickelt hat. Dann haben sie scheinbar Angst vor einem ominösen Missbrauch ihre ABE und zwar mit der Anwendungsliste in ihrem Servicebereich anzubieten.

    Das können andere besser und die sind auch nicht pleite, weil die Chinesen ihre Produkte fälschen und mit ihrer ABE versehen.

    Die ABE ohne Anwendungsliste kann man frei herunterladen. Nützt aber so nix.

    Würd ich sie auf Basis der ABE für die 125er eintragen lassen wollen, hat die Prüforganisation Zugriff auf die Daten, auch auf die, die Würth ihren Kunden vorenthält.

    Aber anyway: So wie die Dinge liegen, war mir beim Kauf klar, dass ich die Dinger einbau, den Stopfen oben drauf und gut.

  • Also ich würde mir bei einer Gabelfeder keine Gedanken machen. Ersten sieht man die nicht und wie oben schon gesagt wurde haben die Gutachter was anderes zu tun um eine Feder auszumessen. Und sollte es so sein, wäre ja möglich das ein Vorbesitzer das gemacht hat und du von nix weisst.

    Mfg Rider

  • Soweit mir bekannt ist wurde doch auch nie was an der Gabel verändert, oder?

    Weil die in dem Link von duenbrettbohrer bis 2009 sind.


    Die wollen wahrscheinlich nicht die ABE neu aufsetzen weil ab 2010 sind es dann ja die L1,2,3 usw.


    Ja Federbein hinten ist auch noch so ein Thema. Hat da schon jemand Erfahrungen gesammelt was wo taugt und kein Vermögen kostet?


    Werde mir jedenfalls die Federn für vorne mal bestellen und in der Winterpause einbauen.

    Danke für eure Tipps.

  • Servus Thias, auf Kleinanzeigen wird gerade eine 125 angeboten mit einem einstellbaren YSS Federbein.

    IMG_5212.jpg

    Vielleicht ist der Verkäufer ja auskunftsbereit. Viel Erfolg, Martin

    panta rhei - alles ist im Fluss

  • Das OEM-Federbein macht einen hochwertigen Eindruck. Wenn man etwas haben möchte, das mindestens so gut ist, dürfte YSS die preiswerteste Variante sein.

    Für die 125er gibt es das YSS "MZ366-320TRL-29-X" mit ABE. Zugstufe und Vorspannung einstellbar. Die Feder kann man wie ich das sehe nicht auswählen. Zudem ist sie in auffälligen Rot beschichtet. Was man sich unter Federkennung "175" im Verhältnis zum OEM-Teil vorzustellen hat, kann ich nicht beurteilen. Wenn die original Abstimmung zum Fahrergewicht/zur Nutzung gar nicht passt, könnte man sich da erkundigen auch über die evt. Möglichkeit eines Federtauschs.

    Ich hatte gerade Kontakt zu einem ebay-Anbieter von Bremsleitungen. Er gab an, dass sie die Fahrzeuglisten von ebay übernehmen müssen und das Einpflegen der eigenen Daten in diese Listen ist leider fehlerbehaftet. So kommt es, dass z.B. für die RV 200 im ebay Angebot von Fabian Spiegler eine Bremsleitung vo., eine Bremsleitung hi (!?) und eine Kupplungsleitung (!?) gelistet sind. Keiner der drei Artikel existiert.

    Ich werde meine demnächst ausbauen, abmessen und dananch eine konfigurieren lassen. Muss dann mit Teilegutachten eingetragen werden. Leider haben die OEM-Bremsleitungen der 125er und der 200er unterschiedliche ET-Nummern bei Suzuki.

  • Tatsächlich???

    Warum haben 125er und 200er wohl andere Teilenummern?

    Ist da doch was anders als vermutet?

    Hat jemand Zugriff auf die Teilenummern und kann mir sagen ob die 125er Van Van aus 2009 die Gleichen Federn in der Gabel hat wie die 200er Van Van aus 2016?