Suzuki RV125 läuft warm zu fett und säuft ab – Choke-Effekt ohne Choke?

  • Hallo zusammen,
    ich habe eine Suzuki RV125, Baujahr 2003, die mich gerade etwas zur Verzweiflung bringt.

    Symptome:

    • Springt kalt sofort an und läuft im Standgas erstmal sauber.
    • Wenn ich Gas gebe (bis ca. 4000 U/min) bleibt die Drehzahl im Standgas danach deutlich höher, als ob der Choke drin wäre.
    • Wenn ich den Choke tatsächlich betätige, dreht sie noch höher.
    • Nach einer Weile, wenn sie richtig warm ist, säuft sie ab.
    • Warm springt sie nur an, wenn ich ihr mehr Luft gebe (Luftfilterkasten öffnen) oder sie erst wieder etwas abkühlt.

    Bisher gemacht:

    • Vergaser komplett gereinigt (alle Düsen und Kanäle frei)
    • Membran am Gasschieber geprüft → kein Riss, keine Beschädigung
    • Falschluft ausgeschlossen (Ansaugstutzen und Schläuche geprüft)
    • Unterdruck- und Benzinsystem in Ordnung
    • Tankbelüftung funktioniert

    Es fühlt sich für mich an, als ob der Choke (Joke) permanent leicht offen wäre – ist er aber nicht.
    Hat jemand dieses Problem schon mal gehabt oder eine Idee, in welche Richtung ich noch suchen könnte?

    Danke schon mal für eure Hilfe!

  • Normalerweise wäre das genau das Symptom für Falschluft.

    Sicher auch, das der Gasseilzug nicht hängt?

    Hast du an der Gemischregulierschraube was geändert?

    Der Vergaser hat eine Vergaserheizung - geht die? Der Widerstand sollte 12-18Ohm sein und sie sollte unter ~8-14°C (Schaltbereich) ein sein und über ~13-25°C (Schaltbereich) aus sein. Wenn sie dauernd heizt, spinnt der Vergaser auch.

  • Hi, ich habe alles abgesprüht, daher sollte alles soweit dicht sein.

    Der Gaszug ist auch freigängig und funktioniert.

    Die Gemischregulierschraube habe ich ebenfalls schon versucht einzustellen, jedoch reagiert der Motor bei Verstellung überhaupt nicht.

    Ich habe die Schraube auch schon kontrolliert die Scheibe und Dichtung mit Feder sind korrekt eingebaut.

    Die Heizung habe ich noch nicht geprüft, allerdings zum Test einfach abgeklemmt leider auch ohne Unterschied.

  • Diese Symptome weisen alle auf eher zu mageres Gemisch hin, allerdings hast du ja Falschluft ausgeschlossen.

    Wenn die Gemischregulierschraube gar keine Reaktion hervorruft, stimmt etwas komplett nicht - dann ist der Vergaser komplett weg vom Arbeitspunkt. Das hast du erst seit der Vergaserreinigung? Wenn ja, ist er womöglich falsch zusammengebaut.

    Bitte sieh folgendes nach:

    - Düsennadel in der richtigen Kerbe und richtig zusammengebaut (Beilagscheibenposition, etc.)

    - Alle Oringe geprüft (Düsenstock, Choke, TPS, Vergaserheizung, Gemischregulierschraube.....). Genau ansehen und auf Riss/Kerben/Sitz prüfen

    - TPS-Position richtig? Nachmessen!

    - Schwimmerhöhe richtig?

    - Schläuche richtig angeschlossen?

    - Zum Testen das PAIR abhängen und Öffnung am Vergaser verschließen

    - Schieber leichtgängig und Membrane nicht eingezwickt...

    War die DK-Welle zur Reinigung auch ausgebaut? Wenn ja: Schließt die DK richtig (Federzug)?

    Bleibt noch die Spritversorgung: Hahn OK und läuft genug Sprit nach?

  • Hi,
    vielen Dank erstmal für eure Tipps.

    Das Problem trat nach der Winterpause auf, ohne dass ich am Vergaser oder an sonstigen Bauteilen etwas verändert habe. Bis dahin lief die Maschine immer zuverlässig.
    Daher gehe ich davon aus, dass alle Düsen, die Düsennadel und sonstige Bauteile korrekt verbaut sind.

    • TPS: gemessen → Wert sollte passen. (ca. 4,35kOhm bei Vollgas)
    • Schwimmerhöhe: gemessen, minimal angepasst. (17,1mm)
    • Schläuche: alle am richtigen Anschluss.
    • PAIR: zum Test abgeklemmt → keine Änderung.
    • Schieber & Membrane: leichtgängig, Membrane sieht aus wie neu.
    • DK-Welle: immer verbaut gewesen, schließt sauber.
    • Spritversorgung: ok.

    Nun habe ich den Vergaser nochmal komplett zerlegt (bis auf DK-Welle und Düsennadel), alles ins Ultraschallbad gegeben und mit neuen Dichtungen wieder eingebaut → leider ohne Erfolg.

    Was ich jetzt weis bzw. Aktueller Stand:

    • Wenn sie kalt ist, läuft sie die ersten 5–10 km mit normalem Standgas.
    • Sobald sie richtig warm ist:
      • Während der Fahrt läuft sie gut.
      • Im Sand geht sie aber aus.
      • Wenn ich das Standgas zu hoch einstelle, dreht sie auf 3000 U/min hoch und bleibt dort.
      • Stelle ich es minimal runter, sodass sie gerade so anfängt von den 3000 zu fallen, sinkt sie direkt auf 1500–1800 U/min, hält das ca. 5 Sekunden und geht dann immer weiter runter, bis sie ausgeht. Wenn ich die mit gas geben immer wieder an schucken bleibt sie an und ich könnte theoretisch so das Problem umgehen was ja aber blöd ist.
    • An der Gemischregulierschraube immer noch keinerlei Reaktion.

    Theoretisch habe ich jetzt "nur" das Problem das ich kein Standgas hinbekomme.

  • Moin

    Auch wenn Membranen, ich kenne die von der Van nicht, weil nie gesehen, "wie neu" aussehen, können sie dennoch Risse oder Löcher haben, sind alles andere als weich und geschmeidig.

    Ich komme aus der Rollerschrauberei. Membran raus, gegens Licht halten und wirklich vorsichtig innen festhalten und am Rand behende nach außen ziehen, bis man wirklich jeden Quadratmillimeter untersucht hat. Jedes noch so kleines Löchlein oder Riss, und das Teil ist für die Tonne. Als Notbehelf und nur zum Testen kann man defekte Stellen mit geeignetem Mittel kleben.

    Welchen Sprit hattest du zum Überwintern drin? E10 oder E5? Nein, das ist keine Glaubensfrage. Gibt hier einige Beiträge dazu. Aus eigener und Rollerschraubererfahrung: E10 härtet fast alle Gummiteile, bis sie brüchig werden, Deshalb die nächste Frage: Spritschläuche geschmeidig und an den Anschlüssen wirklich dicht? Alle Kanäle im Gaser frei von jeglicher gräulichweißer Ablagerung? Mit Pressluft nach dem Schallen alle Kanäle richtig trockengeblasen und auf Durchlass geprüft? Gaser nach dem Schallen richtig ausgewaschen? Es gibt selbst nach dem Ultraschallbad reichlich Fehlerquellen ...

    Gruß Henry

  • .....

    • Wenn sie kalt ist, läuft sie die ersten 5–10 km mit normalem Standgas.
    • Sobald sie richtig warm ist:
      • Während der Fahrt läuft sie gut.
      • Im Sand geht sie aber aus.
      • Wenn ich das Standgas zu hoch einstelle, dreht sie auf 3000 U/min hoch und bleibt dort.
      • Stelle ich es minimal runter, sodass sie gerade so anfängt von den 3000 zu fallen, sinkt sie direkt auf 1500–1800 U/min, hält das ca. 5 Sekunden und geht dann immer weiter runter, bis sie ausgeht. Wenn ich die mit gas geben immer wieder an schucken bleibt sie an und ich könnte theoretisch so das Problem umgehen was ja aber blöd ist.
    • An der Gemischregulierschraube immer noch keinerlei Reaktion.

    Das zeigt an, das das Gemisch im Stand zu fett oder zu mager ist. Das sollte mit der Gemischregulierschraube eingestellt werden können - dafür ist sie ja da.

    Daher:

    1. Sieh dir die Spitze der GMR-Schraube an! Die darf nicht eingedrückt sein sondern muss wirklich spitz sein!

    2. Ist der verbaute Dichtring dort noch OK?

    3. Dreh sie voll rein (mit Gefühl!!) und 2 Umdrehungen zurück. Das wäre die Basiseinstellung, von der man ggf. ausgehen kann, wenn es immer noch nicht passt.

    Wenn jetzt eine Reaktion da ist, die GMR in die Richtung drehen, bei der die Drehzahl ansteigt. Diese immer mit der Standgasschraube gegenregeln ( i.d.R. runter). Wenn sich nichts mehr tut, ist der Arbeitspunkt erreicht (Lambda~1) und das Standgas sollte stabil bleiben. Manchmal macht es Sinn das Gemsich geringfügig fetter einzustellen - das reduziert die Lastwechselreaktionen, falls diese dir zu stark erscheinen.

  • Okay, also die Einstellschraube ist spitz und nicht eingedrückt, Feder, Scheibe und Dichtung ist vorhanden. Dann werde ich das nochmal in Ruhe ausprobieren. Original war sie 1 3/4 heraus gedreht. Wie würdest du jetzt genau vorgehen, da sie ja im Stand aktuell nicht läuft wenn sie warm ist? im kalten Zustand einstellen ist ja falsch oder?

  • Ja, du musst sie einmal dazu bringen, das sie auch warm im Stand läuft - wenn auch bei zu hoher Drehzahl (Standgasschraube) und dann hintasten beginnen. Wenn man keinen weiteren Anhaltspunkt hat, ist es sinnvoll mit den Werksbasiseinstellungen zu beginnen - und die ist 2 Umdrehungen raus.


    Btw.: Wenn du den Gaser hast reinigen lassen, musste die Schraube ja auch raus. Nach welchem Wert hast du die dann wieder eingestellt?

    Weiters: Wurde an dieser RV in der Vergangenheit etwas gemacht/eingestellt? z.B. wegen anderem Auspuff?

  • Nein ist alles original. Ja ich habe bevor ich die Schraube raus gedreht habe mir aufgeschrieben wie sie war. Es war nicht ganz 2 Umdrehungen so 1 3/4. okay ich werde es nochmal probieren. Vielen Dank schonmal.

  • hast du dir den choke einmal genau angesehen??? es kann duchaus sein, dass da falschluft gezogen wird.

    bei meiner ist die gummiabdichtzung um den schaft so ausgeleiert, dass ich beim fahren immer aussetzer hatte.

    ich hab mal zu probe einen draht drum gemacht, schon waren meine probleme gelöst.

    mein suzi ist auch bj 03

    schau dir mal das angehängte bild an, vielleicht ist es bei di ja auch so.


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  • Ah, ja, das ist bei meiner auch so ausgelutscht. Das werde ich gleich nächste Woche, wenn ich wieder daheim bin, probieren und dann berichten, ob damit auch bei mir das Problem gelöst ist. Vielen Dank!