Posts by Ummi

    Ich habe mir noch ein paar Gedanken dazu gemacht und möchte meine erste Einschätzung korrigieren..

    Es findet sich ja im Netz einiges zu den Telegabeln, aber so gut wie nichts zu den hinteren Federbeinen. Die Telegabel benötigt eine Luftkammer, da sie bei einer Vollbremsung nicht total auf Block gehen darf, es federt dann noch die Luftkammer.

    Dieses Feature wird bei den Federbeinen nicht benötigt, dann müßte man sie eigentlich randvoll füllen können?

    Das beruht nicht auf Wissen, ich würde es aber so im ersten Schritt probieren.

    Viscosität würde ich mit SAE10 starten.

    Die Menge richtet sich nach dem max. Federweg und der Größe der Luftkammer, die als progressive Zusatzfeder und Federwegbegrenzer wirkt.

    Für eine erste Abschätzung wird das Dämpfervolumen voll ausgefedert sowie voll eingefedert benötigt.

    Kannst du den Dämpfer mehrmals schließen/ öffnen, um etwas mit dem Öl zu experimentieren?

    Dietmar hatte an meiner Pinwand noch eine Frage gestellt. Ich antworte hier im Thread, dann haben auch andere etwas davon.

    Leider habe ich mir keine Notizen gemacht wie letztendlich die Abstimmung ausfiel, deshalb ein paar Anmerkungen zur Vorgehensweise.

    1) Als erstes ermittelt man was überhaupt an Federweg zur Verfügung steht.

    Das habe ich schon gemacht. Meine RV125 Gabel (spätes MJ 1978) geht bei 140 mm auf Block. Da sie nicht in den metallischen Anschlag reinknallen soll wird so abgestimmt das dieser Weg nie voll genutzt wird.

    2) Dann ermittelt man den Istzustand der Federwege, in dem an einem Standrohr ein Kabelbinder angebracht wird (bei mir ist es ein O-Ring den ich grundsätzlich nach der Zerlegung einer Gabel einbaue). Diese Versuche sind sinnvoll, da das Ergebnis sehr vom Fahrergewicht abhängt. Man möchte ja nicht irgendeine, sondern seine Abstimmung finden.

    a) Zuerst ermittelt man den Einfederweg wenn sich der Fahrer einfach raufsetzt. Dieser nennt sich Negativfederweg oder auch SAG und wird benötigt damit eine Gabel überhaupt arbeiten kann. Ich stimme überwiegend auf 10 - 20% des max. Federweges ab.

    b) Dann fahre ich auf welliger Fahrbahn, Schlaglochstrecke etc. und mache auch eine max. Vollbremsung mit der vorderen Bremes. Danach zeugt mir die Position des Kabelbinders die max. Einfederung im Fahrbetrieb (Messung bei voll ausgefederter Gabel). Das Foto zeigt ein Zwischenergebnis von mir nach einer heftigen Schlaglochstrecke.

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    3) Fürs Abstimmen ist jetzt etwas Erfahrung von Vorteil. Das Ergebnis sollte in etwas die 10-20% SAG bringen und die max. Einfederung mind. 10 mm unter dem Endanschlag bleiben.

    a) Sind die Wege viel zu groß, sollte zuerst eine steifere und oder progressive Feder (...die aber oft nicht zur Verfügung steht) oder als zweitbeste Lösung die Gabel mittels Hülsen vorgespannt werden. Da probiert man jetzt etwas rum, der Aufwand hält sich ja in Grenzen (Hülsen anfertigen und einbauen, Probefahrt, Messungen: ca. 20 Min.)

    b) Desweiteren kann man die Einfederwege im Fahrbetrieb noch etwas mit dem Öl abstimmen. Eine höhere Viskosität hemmt die Gabel über die Druckstufendämpfung am schnellen Einfedern, somit fallen diese Wege etwas geringer aus. (Versierte Mountainbiker kennen das sehr gut und nutzen diese Möglichkeit.) Die Druckstufendämpfung darf natürlich auch nicht zu hoch ausfallen, dann wird die Gabel bockig und neigt zum Springen, was nicht nur unkomfortabel ist, sondern auch kritisch bzgl. der Fahrsicherheit sein. Ich weiß noch das ich bis zum SAE20 gegangen bin und dann wieder zurück, da die Gabel mit dem 20er zu bockig wurde.

    c) Die max. Einfederung kann jetzt noch mit der Ölfüllmenge beeinflußt werden. Über dem Ölpegel befindet sich immer noch ein Luftpolster. Dieses ist entgegen der Flüssigkeit komprimierbar, wirkt also wie eine Zusatzfeder. Hier kann ich also mit Erhöhung der Ölfüllmenge den max. Einfederweg weiter begrenzen, falls dieser zu nah an den 140mm Weg zum metallischen Anschlag liegen sollte. Die Position des Ölpegels misst man bei entlasteter Gabel von oben nach dem Herausschrauben der Verschlußstopfen.


    So, das habe ich mal schnell in die Tasten gehauen. Hoffe das ist einigermaßen verständlich und es sind keine Flüchtigkeitsfehler drin. Es wirkt vielleicht auf den ersten Blick aufwändig, wenn man sich aber mal damit beschäftigt erscheint es schnell logisch und gut durchführbar.

    Auf jeden Fall lohnt es sich. Als ich meine RV bekam fuhr die gruselig, hat sich in Kurven manchmal gefährlich aufgeschaukelt und es hat keinen Spaß gemacht. Dann habe ich nicht nur die Gabel auf mich abgestimmt, sondern auch die hinteren Federbeine getauscht sowie Lenkkopf- und Schwingenlager erneuert. Jetzt bringt das Ding Spaß :)

    Gruß, Frank

    Die Dämpfer sehen genauso aus wie die originalen meiner Honda DAX ST70.
    Die haben aber so gut wie keine Dämpfung, auf welliger Straße schaukelt sich die DAX auf und beruhigt sich überhaupt nicht mehr. Habe deshalb auf YSS umgerüstet, die das Fahrverhalten erheblich verbessert haben.

    Ich drücke die Daumen, das deine nicht nur passen sondern auch gut fahren.

    Ich habe heute die Gabel mal revidiert. Ich habe 160 ml Gabelöl hinein. Und finde sie noch immer recht weich. Werd am Montag die andere Gabel mal machen. Finds komisch das bei euch so wenig drinne ist

    In Summe oder pro Holm?
    Die Härte der Gabel wird in erster Linie von der Feder bestimmt. Das Öl beeinflusst die Dämpfung (Ein-/Ausfedergeschwindigkeit) und über den Füllstand / Luftkammer die Progression im Endanschlag.

    Da gibt es mehrere Einflußgrößen:

    Federsteifigkeit sowie Federvorspannung

    Kennliniencharakteristik der Feder (Linear oder Progressiv)

    Ölviskosität / Druckstufendämpfung

    Ölfüllmenge (bestimmt die Größe des komprimierbaren Luftpolsters)

    Ich habe, nachdem ich die Einfederung a) ohne Fahrer, b) mit Fahrer und c) max. Einfederung auf Schlechtwegstrecke / Vollbremsung gemessen hatte, die Federn unterlegt/vorgespannt, höherviscoses Öl eingefüllt und die Füllmenge etwas erhöht.

    Schlägt nicht mehr durch und fährt sich weniger schwammig bei noch ausreichendem Restkomfort.

    Wenn du nicht bei üblem Wetter und Dreck fährst sehe ich da keinen dringenden Handlungsbedarf, die rissigen Staubschutzkappen lassen sich aber recht schnell tauschen (kompletten Gabelholm aus den Gabelbrücken ziehen).
    Die Gabeldichtringe von Suzuki haben eine besondere Bauform, habe ich bisher im Teilehandel so noch nicht gefunden. Würde ich aber nicht tauschen solange nicht eindeutig Öl austritt.

    Da bist du nicht allein.

    Obwohl ich es mit der Oberflächenbeschichtung und dem Setzverhalten bei Schraubverbindungen genau weiß, habe ich mich trotzdem einmal drüber hinweg gesetzt und habe prompt die Quittung bekommen.

    Hatte Autobremssättel neu lackiert und bei denen müssen die Auflageflächen der Verschraubung lackfrei bleiben, eben wegen dem Thema Setzverhalten/Vorspannungsverlust.

    Da die Sättel noch eine Zeit lang eingelagert werden sollten, habe ich dann im letzten Sprühgang wieder besseren Wissens eine dünne Schicht Klarlack über die Verschraubungsauflageflächen gesprüht, nach dem Motto „das bisschen wird schon nichts ausmachen“.

    Ein paar Wochen, nachdem die Sättel eingebaut waren, gab es beim Bremsen nach Richtungswechsel Knackgeräusche. Die Ursache war dann eine leicht gelockerte Schraubverbindung. Die Oberflächen wieder blank gemacht, Schrauben angezogen und auf ewig Ruhe gehabt.

    Motiviert von diesem Thread habe ich mich vor 2 Wochen auch an die Reparatur gemacht.

    Als erstes habe ich alle Schweisspunkte gekennzeichnet. Das hilft sehr bei der Lokalisierung der Prallbleche. Dann habe ich mit einem abgewinkelten Draht durch das Ablassgewinde und eine Kontrollbohrung die Prallbleche gesucht. Aber da war nichts mehr, nur noch Hohlraum.

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    Das Röhrchen fand ich dann mit dem Endoskop, es hatte sich in der Verengung im Bereich des Federbeins verklemmt. Dort saß es bombenfest, erst nachdem ich den Schalldämpfer erwärmt hatte bekam ich es losgeschlagen.

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    Man könnte den Dämpfer auch auf der nicht sichtbaren Rückseite aufschneiden, aber dort stört der Auspuffhalter und schränkt die Arbeitsfläche ein. Also Vorderschale aufgeschnitten, allerdings Richtung Endrohr etwas weniger weit als in #5 und #16. Die vorderen 2 cm sind perfekt um das Prallbleche wieder einsetzen zu können und das Lochblech an der Schalldämpferwand (s. #5) unbeschädigt zu lassen.

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    Die ehemalige Position der Prallbleche ist an den Rißverläufen gut erkennbar und sie ließen sich wieder exakt positionieren.

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    In die Vorderschale habe ich noch Löcher gebohrt und dort die Prallbleche zusätzlich angepunktet.

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    Und was hat es gebracht?

    Das Klangbild hat sich verändert, ist über einen weiten Drehzahlbereich weicher und angenehmer geworden. Im Schub / indifferenten Lastzustand, wo sie vorher plöff, plöff, plöff geknattert hat ist es jetzt ein schärferes peng, peng, peng geworden.

    Des Weiteren bilde ich mir ein, das sie insgesamt besser durchzieht und freier ausdreht. Könnte durchaus sein, denn durch die fehlende Resonanzkammer wurde die ursprüngliche Abstimmung ja ziemlich beeinträchtigt.

    Noch ein Wort zu den Lochblechen, die innen auf der Vorder– und Hinterschale zwischen Krümmer und Resonanzkammer angepunktet sind (s. #5). Die bewirken eine deutlich niedrigere Oberfächentemperatur der Außenschale, wie ich beim Ausbrennen messen konnte. Würden diese fehlen dürfte es recht unangenehm heiß an den Beinen werden.

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    Die Flöte ist ein Absorbtionsdämpfer, ist also durchgehend, perforiert und mit Dämmwolle umwickelt.

    Ummi
    June 3, 2023 at 6:11 PM


    Ca. in der Mitte des Schalldämpfers ist noch eine Reflexionskammer, die wohl bei fast allen RV´s irgendwann ausreißt und lose im Dämpfer rumklappert. Ich habe meine vor 2 Wochen repariert und das Klangbild sowie der Durchzug haben sich verbessert.

    Heisenberg
    January 14, 2023 at 4:33 PM

    Als die RVˋs in den 70ern haufenweise und viel gefahren wurden nutzte niemand einen Drehmomentschlüssel, ja viele Werkstätten hatten noch nicht mal einen. :)

    Und ja, es gibt viele Schrauber die ein übliches Drehmoment genau genug treffen, das ist keine Hexerei und diese nennt man Fachkräfte ;)

    Lösende Schrauben haben sehr oft mit dem Setzverhalten und dem damit einhergehenden Vorspannungsverlust zu tun. Wenn z. B. an den Felgenhälften statt einer dünnen Lackschicht nachgebende Dichtbänder /–papier oder eine dick auftragende Pulverbeschichtung verwendet wird kann auch das die Ursache sein die zum Lockern führen kann.

    Ich nehme bisher die Sprudelkiste, deine Lösung ist aber schon verlockend.

    Wo zahlt man denn nur 35 EUR dafür?

    Die YSS-Federbeine fahre ich auch an RV125 und DAX, sind wirklich brauchbar die Teile.

    Nur auf die Variante/Härte der Feder sollte man achten, je nachdem ob man nur Solo oder viel zu zweit fährt. Da gibt es bei YSS eine brauchbare Auswahl.

    Auch mir ging das zickige Verhalten in Verbindung mit der schlechten Erreichbarkeit des Choke auf den Sack und ich beschloss, daß da etwas passieren muß.

    Habe mir daraufhin die Teile für die Bedienung vom Lenker aus zusammengesucht und umgebaut.

    Wollte kurz im Forum darüber berichten und kam erst dabei auf die Idee "...da müßte doch eigentlich schon vor dir jemand drauf gekommen sein". Kurze Suche und klar, unser Edelschrauber Cotterpin hat das schon lange vorher gemacht. :thumbup:

    Ich habe auf Ebay diesen Vergaserumbausatz gekauft.

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    Passt sehr gut, einzige erforderliche Nacharbeit war das ich die Gewindehülse von unten etwas aufgebohrt habe damit die Druckfeder höher kommt und der Kolben mehr Weg machen kann. (Cotterpin hatte das durch abdrehen des Kolbens gelöst)

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    Der Zug und der Lenkerhebel stammen aus den preisgünstigen Nachfertigungen für MZ TS.

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    Der Umbau hat sich total gelohnt. Ich kann jetzt den Choke mit dem Daumen der rechten Hand bedienen während ich Gas geben und gleichzeitig die Kupplung bedienen kann. Da fehlte mir vorher immer die dritte Hand wenn der Motor sich nicht entscheiden konnte ob er noch nach dem Choke verlangt oder lieber auf ihn verzichten will.